So ein Theater

Ich habe gestern, dank eines günstigen und unverhofften Gelegenheit eine tolle Erfahrung machen dürfen.

Eine meiner neuen Mitmenschinnen schreibt gelegentlich für ein Lübecker Stadtmagazin kurze Theaterrezensionen. Selbstverständlich gibt es dann eine Pressekarte für die Premiere.

Da sie unverhofft arbeiten musste, durfte ich einspringen. Habe erst gezögert, weil ich mich nicht als fürchterlich kompetent betrachte, was Schauspiel angeht (Kenne mich dann im Bereich Musiktheater ja dank des Backgrounds wenigstens ein bisschen aus, aber das letzte Mal war ich vor 5 Jahren im Theater zu einem Kinderstück mit einer lustigen Kuh :mrgreen: ), habe mich dann aber doch drauf eingelassen. 

Also habe ich mein Ränzlein geschnürt und einen hübschen Blazer übergeworfen und habe mir gestern Abend (mit Block und Stift bewaffnet) die Premiere von Moby-Dick im jungen Studio angesehen.

Es war schon sehr modern inszeniert, aber doch eindrücklich und kraftvoll gespielt. Sehr interessante Umsetzung der Romanvorlage, die mir auch wirklich gut gefallen hat, obwohl ich nach dem Lesen der Stückeinführung im Programm doch sehr skeptisch war, ob ich das gut finden könnte…

  • Zitat: “ […] Wie in einem Live-Hörspiel erzeugen sie sichtbar die Klangwelten einer Seefahrt, produzieren Videobilder und lassen mithilfe einer Loop-Maschine, die Geräusche und Textfragmente multiplizieren kann, in der Imagination des Zuschauers das gruppendynamische Erlebnis der Walfangreise erfahrbar werden. […] Blut, Wasser und Öl sind zudem einige der Grundstoffe, die eingesetzt werden, um das Abenteuer Melvilles lustvoll auf dem Theater lebendig werden zu lassen.“ (Tobias Schuster)

Ich habe dann schon beim anschließenden Dankes-Bier meine hingeworfenen Gedankenfetzen zu einem ersten Rohentwurf meiner kleinen, unbedarften Kritik zusammengeschmiert und heute in der Mittagspause eine Reinfassung getippt, die sowohl bei der „Auftraggeberin“, als auch beim Herzbuben wirklich gut angekommen ist.

Wenn ich die gedruckte Version vor mir habe, mach ich euch natürlich ein Bildchen und geb ein bisschen damit an, dass ich was geschrieben habe, was tatsächlich in einer Zeitung steht.

Ein abschließender schlechter Witz zum Thema:

Was ist der Unterschied zwischen einem Kritiker und einem Eunuchen?
Da gibts keinen. Beide wissen genau, wie man es machen muss, könnens aber nicht…

Hoffen wir mal, dass ich nicht so ende. Aber ein bisschen Blut geleckt, hab ich ja jetzt doch, das muss ich der Ehrlichkeit halber zugeben. 🙂

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2 Gedanken zu “So ein Theater

  1. Ich bin gespannt, ob ich es schaffe, Frau Mutter den Eunuchenwitz vorzuenthalten. Entweder sie fällt vor Lachen aus ihrem Lieblingssessel ODER ich werde enterbt. Ach, zu verlockend… 😉
    Ich wünschte, etwas von mir Geschriebenes stünde mal in der Zeitung! Sagst du mir das Datum und das Magazin, damit ich meiner Schwiegermutter Bescheid sagen kann?! BÜTTÖÖÖ!

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